Bund für Freies Christentum
Auf der Suche nach neuen Wegen

Der neue Tagungsband

Wie von jeder Tagung hat der Bund für Freies Christentum auch von der vergangenen Tagung einen Band herausgegeben, in dem alle Vorträge und die Predigt unseres sonntäglichen Gottesdienstes nachzulesen sind.

Der aktuelle Tagungsband heißt:
Albert Schweitzer: Mythos und Wirklichkeit

Lesen Sie hier die Buchvorstellung von Werner Zager:

Die Beiträge des vorliegenden Bandes werfen einen ganz speziellen Blick auf den am 14. Januar 1875 in Kaysersberg bei Colmar, im damals zum Deutschen Reich gehörigen Reichsland Elsass-Lothringen geborenen Pfarrerssohn. Und zwar beschäftigen sie sich nicht in erster Linie mit dem, was dieser selbst gedacht, geschrieben und veröffentlicht hat. Sondern es geht darum, wie die Person Albert Schweitzers, sein Wirken als Theologe, Philosoph und Arzt sowie Begründer des Spitals von Lambarene aufgenommen worden ist – sei es zu seinen Lebzeiten oder auch danach.

In den beiden Jahrzehnten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war Albert Schweitzer sicher einer der bekanntesten Menschen in Deutschland. Dies gilt interessanterweise sowohl für die damalige Bundesrepublik als auch für die DDR. In beiden Teilen Deutschlands fungierte er als großes Vorbild. Wie es dazu kam und welche Bedeutung Schweitzer zugemessen wurde, wird von Caroline Fetscher im Blick auf den Westen und von Wolfgang Pfüller im Blick auf den Osten Deutschlands vorgestellt.

Von besonderem Interesse ist es natürlich sodann, wie die theologischen und philosophischen Denkansätze des Straßburger Privatdozenten in den jeweiligen universitären Fachdisziplinen rezipiert worden sind. Michael Großmann und Raphael Zager nehmen sich dieser Fragestellung an. Werner Zager widmet sich den Beziehungen Schweitzers zu Mitgliedern des Bundes für Freies Christentum, zu dessen Ehrenpräsidenten dieser ernannt worden war.

Dass es sich lohnt, sich einerseits von Gedanken Albert Schweitzers inspirieren zu lassen und sich dabei andererseits auch mit diesen kritisch auseinanderzusetzen, zeigt die Dialogpredigt von Dorothea Zager.

Dem Buch liegen die Vorträge zugrunde, die auf der Jahrestagung des Bundes für Freies Christentum vom 19. bis 21. September 2025 im Haus der Kirche in Bad Herrenalb gehalten wurden. Die Tagung fand in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Baden, dem Deutschen Hilfsverein für das Albert-Schweitzer-Spital in Lambarene und der Stiftung Deutsches Albert-Schweitzer-Zentrum statt.

Selbstverständlich haben wir bereits während der Tagung es nicht bei einem kritischen Rückblick bewenden lassen, sondern haben gemeinsam überlegt und miteinander diskutiert, welche Gedanken, Erkenntnisse und Verhaltensweisen Albert Schweitzers für uns heute von Bedeutung sein können – für unser Leben, Denken und Glauben als Christenmenschen in Zeiten, die wahrlich herausfordernd sind. Im Blick darauf werden die auf der Tagung gehaltenen Vorträge thematisch ergänzt durch zwei Beiträge von Johann Hinrich Claussen, dem Kulturbeauftragten des Rates der EKD, und Gottfried Schüz, dem bisherigen Vorsitzenden der Stiftung Deutsches Albert-Schweitzer-Zentrum. Diesen schließt sich noch der „Brief an die Jahrestagung des Bundes für Freies Christentum“ von Hans-Georg Wittig über Schweitzer als Vorkämpfer eines Atompazifismus an. Im Anhang ist zudem die einschlägige SPIEGEL-Titelgeschichte „Albert Schweitzer: Mythos des 20. Jahrhunderts“ von Claus Jacobi aus dem Jahr 1960 aufgenommen.

Werner Zager